Steg-1-Zelt

Das stabile, elegante und großzügig bemessene Zelt an Steg 1 wurde im Frühjahr 2018 mit mehr als 400 freiwilligen Arbeitsstunden der Motorbootfahrer errichtet (Konstruktion und Bauleitung Klaus Frost). Es dient den Steg-1-Anliegern für Abteilungsbesprechungen und geselligen Veranstaltungen, steht aber auch anderen Mitgliedern offen und kann mit Vorbestellung für private Feiern genutzt werden.

Und so wurde das Zelt aufgebaut – mit der Kamera beobachtet am 14. April 2018 von Rainer Sigmund: Viele Männer, viel Teamwork, hohe Präzision und gute Laune.

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Also, da war viel los am Steg. Und Spaß gemacht hat’s allen, die dabei waren.

Dirigent und Komponist des neuen (und des alten) Steg-1-Zeltes: Klaus Frost (links)

Die Geschichte des Steg-1-Zeltes hat viel mit dem Vereins-Engagement von Klaus Frost zu tun. Als dieser 1970 in den Verein eintrat (seine Frau war damals als Schwimmerin schon Mitglied) und einen Platz für ein Boot beantragte, frotzelten Vereinsobere: “Du bist doch Metallbauer, kannst dir doch selbst einen Steg bauen.” Wie auch immer: Klaus Frost errichtete später im Auftrag des Vereins tatsächlich einen 60 Meter langen und 2,20 Meter breiten Steg samt Auslegern und Schwimmkörpern und berechnete dem Verein nur das Material. Und weil’s offensichtlich richtig gut lief, baute er sich gleich auch selbst ein richtig großes Boot für den Steg, die “Aquarius”, entwickelt nach eigenen Vorstellungen.

Aber das war noch nicht alles. Die leidenschaftliche Kombination zwischen Metallbau und Wassersport brauchte neue Aufgaben. Und die kamen.

Warum ein Zelt an Steg 1 ?

Dazu muss man wissen, dass Motorbootfahrer ein ganz eigenes Völkchen sind. Während die anderen Wassersportler im Verein emsig trainieren und ihre Boote intensiv als Sportgerät nutzen, treffen sich die Motorbootfahrer samt familiärem Anhang gerne auch mal nur zum Kaffetrinken auf ihren Booten. Denn dafür sind sogar schon mittelgroße Motorboote bestens möbliert und eingerichtet (Kajaks, Drachen- oder Segelboote dagegen eher nicht).

Nun kam eines zum anderen:

1) die eher gesellige Natur der Motobootfahrer (man ist ja viel häufiger auf dem Boot und damit am Steg als Vereinskameraden anderer Disziplinen),

2) der Wunsch, auch auf neutralem Boden intensiv technische Probleme oder touristische Erfahrungen auszutauschen und ein Schwätzchen zu halten,

3) die etwas entfernt gelegenen Vereinslokalitäten (der Motorboot-Steg lag ja damals viel weiter westlich als heute – siehe “Steg-1-Historie”) und dort konnte man letztlich doch nur selten unter sich sein.

Jedenfalls entwickelte sich unter den Motorbootfahrern der Wunsch nach einem eigenen Versammlungslokal am Steg. Ideal: Ein stabiles Zelt am Steg – eine Blockhütte am Land oder ein Container wurden ebenfalls erwogen, aber schnell wieder verworfen.

Klaus Frost erinnert sich: “Da gab es viele Bemerkungen wie ‘mer müsste mal’ … ‘mer solltet mal’ … am Ende war ich der ‘mer'”.

Im Jahre 1987 war es dann so weit: Das erste Zelt an Steg 1 wurde errichtet. 7,54 Meter lang, 4,20 Meter breit, bot es Platz für etwa 45 Personen. Finanziert wurde es aus der Abteilungskasse. Konstruiert und vorgefertigt  wurde es von Klaus Frost, zusammengebaut und errichtet von den Motorbootfahrern, unzählige Arbeitsstunden investierten sie dafür.

Das erste Zelt: Damals stolze Versammlungsstätte – jetzt nur noch eine nostalgische Erinnerung

Das alte Zelt war stabil. Selbst dem heftigen Sturm, der im Juli 2012 einen mächtigen Baum am Ufer entwurzelte, hielt es stand. Auch einem Sturm im Jahr 2014, der allerdings das Vorzelt zerfetzte und dabei erheblichen Schaden angerichtet hatte.

Sturmschaden 2014: Nur das Vorzelt betroffen

Das neue Steg-1-Zelt

Während das alte Zelt noch auf Stahlschwimmern lag, waren mittlerweile die wartungsfreien Betonschwimmkörper unter der Anlage eingezogen worden. Monika Barthel, Anliegerin an Steg 1 und Architektin, hatte die Erneuerung der Steganlage konzipiert. Da war dann plötzlich mehr Platz.

Mehr Platz, als das alte Zelt brauchte. Darüber hinaus war die Belastung der neuen, größeren Fläche nicht ausbalanciert (symmetrisch). Was bedeutet: Ein neues, größeres Zelt könnte diese Fläche noch viel besser nutzen – mehr Menschen aufnehmen und zusätzlich mehr Bewegungsfreiheit im Inneren bieten. Zudem war das alte Zelt doch schon in die Jahre gekommen … kurzum: Ein neues, größeres Zelt wäre fein. Klaus Frost ließ sich bewegen: “Gut, ich mach’ nochmal ein neues Zelt”.

Konsequenz für die Steganlieger: Über zwei bis drei Jahre strikter Sparkurs, keine Feiern mit externen Künstlern, mehrfach Kalkulationen und Berechnungen mit Kassierer Walter Plies … es könnte klappen.

Vorarbeiten im Hof von Klaus Frost

Es klappte: Im Januar 2018 wurden die Teile im Hof von Klaus Frost zugeschnitten, geschweißt, geschliffen, gebohrt und geformt, dann probeweise aufgerichtet und anschließend in einzelnen Teilen in Franken verzinkt.

Und dann waren zwischen Februar und April 2018 mehrere Arbeitseinsätze der Steganlieger angesagt  (Fotos oben): Das alte Zelt am Steg wurde abgebaut (für das hatte sich sogar noch ein Abnehmer gefunden) und das neue aufgebaut.

Gleich zweimal mussten allerdings die Männer ‘ran zum Zeltaufbau. Denn erst nach der ersten Montage des künftigen Zelt-Daches konnte der Sattler seine Planen 1:1 anpassen. Parallel konnten die Maler mit vielen Helfern aus der Abteilung das komplette verzinkte Stahlgestell vor Ort grundieren und lackieren. Anschließend wurde das Gerüst wieder demontiert und an der endgültigen Verwendungsstelle in Verbindung mit den Füßen, den Lasteinführungen in die Schwimmplattform und den erforderlichen Windverbänden montiert.

Viele Arbeitsstunden (ca. 400) für viele ehrenamtliche Helfer bei eisigen Temperaturen im Februar und März des Jahres 2018. Doch dann war das neue Zelt – ein wahres Prunkstück – im April rechtzeitig fertig geworden zur traditionellen Anfahrt am 5. Mai 2018. Inklusive runderneuerter Theke (natürlich aus Metall – was sonst?), einem Gerüst zur Sturmsicherung des Vorzeltes (man ist ja lernfähig) und einer Werkzeug- und Besenkammer draußen, die später dazu kam.

Auf jeden Fall war ordentlich Stimmung  bei der Einweihung des neuen Zeltes am Abend nach der Anfahrt (siehe auch “Chronik”)!

Merkmale des neuen Zeltes an Steg 1:

  • Größe: 5 m Breite, 8,43 m Länge (ohne Vorzelt),
  • Fassungsvermögen: rund 60 Personen (weitere 40 im Vorzelt),
  • Konstruktion: Rund 200 Einzelteile, alle Teile hintereinander ausgelegt ergäben eine Länge von mehr als 180 m,
  • Gewicht: Kommt darauf an – bei voller Besetzung während des Hafenfestes lagen die Schwimmer gerade einmal 4 cm tiefer im Wasser als im lastfreien Zustand.
  • Fun-Faktor: super! Das zeigte sich schon bei der Einweihungsfeier nach der Anfahrt, bei privaten Festen wie Geburtstagsfeier oder Bootseinweihung, beim Hafenfest und und und … (siehe dazu auch Fotos unter “Chronik).

Fazit für das neue Steg-1-Zelt: Schön, groß, praktisch – und letztlich eine Gemeinschaftsleistung vieler, auf die alle am Steg 1 (und darüber hinaus) stolz sein können. Denn: Finanzielle Kosten entstanden nur für das Material und die Plane, alles andere kostete “nur” den Schweiß, das ehrenamtliche Engagement und die Zeit der Steg-1-Anlieger. Aber so kennt man sie eben.

Also: Nutzen wir “unser” Zelt für konzentrierte Arbeitssitzungen, fröhliche Feiern und natürlich immer mal ein Schwätzchen zwischendurch!