Kanu-Polo

Derzeit wird Kanu-Polo im WVS nicht angeboten.

Kanupolo – Allgemein
Kanupolo gibt es in Deutschland schon vergleichsweise lange (Mitte der 20er) und kommt ursprünglich aus England, doch führte diese Sportart eher ein Schatten­dasein. Inzwischen hat es sich in Deutschland, aber auch international längst etabliert. Die deutschen Nationalmannschaften stehen auf dem Treppchen meist ganz oben. Gespielt wird in 3 Leistungsklassen, von LK III (unterste Schublade) bis LK I, wobei im Fall der Herren die LK I Bundesliga bedeutet. Begonnen wird in der LK III und bei entsprechenden Erfolgen in Qualifikationsspielen steigt die Mannschaft auf oder aber auch ganz schnell wieder ab, falls die Erfolge ausbleiben.
Kanupolo kann man durchaus als Eishockey des Kanusports vergleichen. Man bewegt sich auch auf Wasser, Schutzausrüstung ist nötig, der Schläger ist diesem Fall das Paddel und es geht dabei mitunter auch sehr hart zur Sache. Die erforderliche Schutzausrüstung umfasst einen Helm mit Gesichtsschutz und eine Schwimmweste, die weniger ein Schutz vor Ertrinken ist, sondern zum Schutz des Oberkörpers getragen wird. Anstelle des Pucks gibt es einen Ball, und zwar jenen, der auch im Wasserball benutzt wird. Das Tor ist ähnlich groß, nur dass es beim Polo 2 m über der Wasserfläche hängt und der Torwart nicht mehr als ein Stück vom Paddelschaft und eine Paddelfläche zur Ballabwehr einsetzen kann. Obwohl es 1 m x 1,5 m misst, ist es unheimlich klein, zumindest aus der Sicht des Schützen. Für den Torwart dagegen ist das Tor unheimlich groß. Torwart ist jeder, der sich für einen hält, es gibt keine verbindliche Festlegung. Jeder, der unter dem Tor liegt und das Paddel hoch hält, gilt als Torwart und darf von den gegnerischen Spielern nicht angegriffen werden.
Üblicherweise spielen auf einen 23 m x 35 m großen Feld 5 gegen 5 Spieler mit jeweils drei Auswechselspielern (sofern man sie hat). Diese befinden sich in einer Zone hinter dem Tor. Die Spielzeit beträgt im Regelfall 2 x 10 min, das Spiel wird von Schiedsrichtern überwacht (im Training eher seltener). Vor dem Anpfiff liegen alle Feldspieler mit ihrem Bootsende an der „Tor-Aus-Linie“. Einer der Schiedsrichter wirft den Ball in die Mitte des Feldes und pfeift das Spiel an. Nur jeweils ein Spieler der Mannschaften darf zum Ball spurten und versuchen ihn zu erhaschen. Der Ball darf mit Paddel und Hand gespielt werden, wobei die Hand aus Verletzungs­gründen Priorität hat. Mit dem Paddel kann man den Ball schleudern, aufnehmen oder annehmen, aber auf keinen Fall darf mit dem Paddel eine Schlag­bewegung ausgeführt werden. Paddelwerfen ist ebenfalls nicht zulässig. Höchstens 5 Sekunden darf der Ballführende den Ball innerhalb eines Umkreises von einem Meter um den Oberkörper herum halten, dann muss abgespielt werden. Damit ist gewährleistet, dass der Ball im Spiel bleibt. Hinzu kommt, dass man den Ballführenden mit der Hand einen Schulterstoß versetzen darf, in der Hoffnung, ihn entweder umzuwerfen oder ihn zumindest zur Ballabgabe zu zwingen. Je nach Erfahrung, Standvermögen und Geschicklichkeit zeigen sich manche mehr oder weniger beeindruckt von einer solchen Attacke. Jegliche Form der Behinderung und Gefährdung des Gegners (Festhalten des Boots, mit dem Paddel vom Boot des Gegners abstoßen, die Spritzdecke aufziehen, stoßen mit zwei Händen oder wenn der Gegner nicht in Ballbesitz ist und andere Gemeinheiten, Schlagen des Paddels oder gegen den Beckenrand schubsen) sind verboten und werden mit Spielstrafen geahndet. Spielstrafen fallen je nach Härte des Fouls unterschiedlich schwer aus: eine rote Karte bedeutet, der Spieler soll sofort unter die warme Dusche, bei einer gelben Karte darf er erst mal nur zwei Minuten auf die Bank. Zusätzlich gibt es als Verwarnung die grüne Karte. Bei all diesen Bestrafungen erhält das andere Team den Ball entweder als direkten oder indirekten Freistoß, die man als leichtere Strafe auch ohne Karte geben kann. Wie bei fast allen Sportarten mit Toren und Bällen gilt, (wer hätte das gedacht) wer die meisten Tore geworfen hat, gewinnt.
 
Vorrausetzungen
Schwimmen ist das einzige, was man nachweislich können muss, alles andere kann vermittelt werden. Von Vorteil ist natürlich, wenn man schon gepaddelt hat und mit einem Ball und/oder Boot umzugehen weiß.