Motorboot-Abfahrt 2018: Gut war’s

Abfahrt 2018: Formation in der Rettbergsaue …
… vorbei am Biebricher Schloss
… und wieder zurück in den Schiersteiner Hafen
Nach der Abfahrt: Verlassene Boote, Crews im Zelt …
… beim Oktoberfest mit “Trachtlern”
Rekord-Hammer: Mit vier Schlägen Nagel versenkt
Rekord-Maß-Halter ca. 5 Minuten !
Später am Abend: Draußen Regen, drinnen Stimmung

22.September 2018: Motorboot-Abfahrt mit viel Bootsverkehr im Schiersteiner Hafen, denn gleichzeitig läuft der Dr. Günter Renschin-Cup (und neben Drachenbooten, großen, kleinen und Standup-Paddlern sind auch die Feuerwehr und die “Tamara” unterwegs). Erst in der Rettbergsaue formieren sich über die Toppen geflaggte Motorboote vom Steg 1 zur traditionellen Saisonabfahrt.
Gut war’s und Spaß hat’s gemacht!
Fotos Abfahrt: Fynn von Kutzschenbach

Fröhlich  geht es später im Steg-1-Zelt weiter: “Okoberfest” war angesagt – mit köstlichem bajuwarischem Buffet, dem Auftritt der besten “Trachtler”, Nägel einschlagen und Maßkrug stemmen. Drinnen gute Laune, draußen Regen. Endlich, nach einem langen. trockenen Sommer.
Fotos Oktoberfest: privat

Sommer 2018: Riskante Ausfahrten

Foto: Innenlieger, Steg 1 – die Ausfahrt ist eng geworden

Jedes Jahr ist Sommer. Warum also einen Sommer in der Chronik erwähnen? Ganz einfach: Weil 2018 ein Ausnahme-Sommer war (und ist). Seit April viel Sonne, kaum Regen, Niedrigwasser: eingeschränktes Fahrgebiet, Strände statt Uferböschungen, wenig Wasser unterm Kiel und für Innenlieger am Steg wird jede Ausfahrt riskanter – knapp eine Bootslänge Abstand zu den Steinen der Uferbefestigung, nur noch wenige Handbreit Wasser unter der Schraube.

Wassersportfreundin Irmgard Hassenbach hat jetzt ein Ranking der Niedrig- und Höchstwasserstände erstellt. Interessant: Zwei Drittel der größten Niedrigwasserstände verzeichnet der Pegel Mainz nach dem Jahr 2000, aber keines der zehn größten Hochwasser-Ereignisse.

Historie Niedrig- und Hochwasser Rhein-Pegel Mainz

Quelle: Wikipedia Pegel Mainz und Pegel Mainz

erstellt von Irmgard Hassenbach

Niedrigwasser-Ereignisse

  • 110 cm – 02.11.1947
  • 117 cm – 08.12.1962
  • 124 cm – Sommer 2003
  • 140 cm – 01.12.2011
  • 147 cm – 23.08.2018
  • 157 cm – 01.10.2009

Hochwasser-Ereignisse              

  • 795 cm –  02.11.1882
  • 793 cm – 05.01.1883
  • 770 cm – 29.03.1988
  • 737 cm – 27.02.1970
  • 733 cm – 16.01.1920
  • 706 cm – 13. 04.1983
  • 704 cm – 29.05.1983
  • 703 cm- 29. 01.1995
  • 694 cm – 18.01.1955
  • 685 cm – 08.02.1980

Anfahrt der WVS-Motorboote

5. Mai 2018: Zwei Dutzend WVS-Motorboote (und mehr) beteiligen sich bei der traditionellen Anfahrt am 5. Mai 2018 rund um die Rettbergsaue. Beschrieben in  einem stimmungsvollen Artikel im “Wiesbadener Kurier” am folgenden Montag.

Wie aus dem Bilderbuch: Anfahrt der WVS-Motorboote in der Rettbergsaue unter strahlender Frühlingssonne (Foto: Wiesbadenaktuell/Daniel Becker, mehr: Www.wiesbadenaktuell/Galerie)

Als später dann die Boote wieder friedlich am Steg 1 vertäut sind, beginnt eine rauschende Einweihungsparty des Steg-1-Zeltes, mit Essen, live-Musik und Fröhlichkeit bis tief in die Nacht …

Abendstimmung mit den wieder am Steg vertäuten und noch über die Toppen geflaggten Booten nach der Anfahrt an Steg 1 (Foto: privat)
Einweihungsfeier des Steg-1-Zeltes mit live-Musik und viel guter Stimmung (Fotos privat)

Arbeitseinsätze Steg 1 Februar – April 2018

Februar – April 2018: Rund 400 ehrenamtliche Arbeitsstunden investieren die WVS-Mitglieder an Steg 1 in mehreren Einsätzen von Februar bis Ende April 2018, um das alte Zelt abzubauen und das neue Vereinszelt zu errichten.

17. März 2018, Steg 1: Das Dachgerüst für das neue Vereinszelt ist gerade montiert – Arbeitseinsatz der Motorbootfahrer bei frostigen Temperaturen

 

60 Jahre Motorboot-Abteilung im WVS

… ein Beitrag unter Mitwirkung von Klaus Frost, Monika Barthel, Irmgard Hassenbach und Lothar Weckerling (Fotos: privat)

Wenn man heute als Spaziergänger am Uferweg des Schiersteiner Hafens von Westen kommend den Zielturm passiert, hat man einen ungehinderten Blick auf den Steg 1 des WVS 1921 e.V.: Über 40 gut gepflegte Boote liegen da, in allen Größen und Bauarten. Das älteste Boot stammt aus dem Jahr 1937, das jüngste wurde erstmals 2018 zu Wasser gelassen. Am Ende des Steges setzt das neue, große  Versammlungszelt der Motorbootfahrer einen markanten Blickpunkt. Dahinter folgen die Plattform für die Paddler und der Steg 2 (Segler) mit seinen drei Fingern – alle Stege des WVS wohl geordnet in einer Reihe.

Blick vom Uferweg auf den Steg 1 mit seinen Motorbooten

Das war nicht immer so. Der aufmerksame Spaziergänger am Ufer wird in Höhe des Steg-1-Kopfes eine Lücke im Geländer finden. Warum das? Ganz einfach: Dort war bis 2005 der Zugang zum Steg 1. Und bei der Erneuerung des Geländers wurde die Lücke behalten – das war so im städtischen Plan verzeichnet gewesen, unberührt von der inzwischen veränderten Steg-Realität. Denn Steg 1 war bereits durchgängig nach Osten verlängert und der Zugang näher an das Vereinsheim gelegt worden. So, wie es sich heute darstellt (siehe unter 2005). Die Lücke im Geländer blieb, führt ins Nichts und erinnert an frühere Zeiten.

Und frühere Zeiten reichen bei den WVS-Motobootfahrern mittlerweile über 60 Jahre zurück. Doch beginnen wir am Anfang:

1958, Gründung Motorbootabteilung mit Steg: WVS-Mitglied Hans Reinhardt, ein Berufsschiffer, schlägt vor, im Verein eine Segel- und Motorbootabteilung zu gründen. Der Vorschlag wird positiv aufgenommen. Mit viel Eigenarbeit bauen Mitglieder einen Niedergang und eine Steganlage für Sportboote, westlich des Didier-Stegs mit den beiden Firmenbooten “Berlin 1” und “Berlin 2”, die unter der Obhut von Hans Reinhardt stehen. Die erste Steganlage bestand aus einer Schwimmpritsche aus sechs Meter langen Baumstämmen (ehemaliger Schwimmsteg) über den ein Eisengestell mit Belag montiert wurde – ein Stahlwinkelgestell auf Schwimmern – oft alten Ölfässern – auf dem Grund verankert. Mit der Folge, dass die  Konstruktion bei jeder Veränderung des Wasserstandes nachjustiert werden muss.

1959, die ersten 6 Motorboote liegen am Steg des WVS. Anlieger sind H. Clemens, H. Peter, H. Wilhelmine, H. Ohlbach, H. Weiss, H. Lupp, H. Schneider, H. Berg und der “Affenmann” (Name nicht mehr bekannt), Wirt vom Tatterich in Darmstadt.

1961, Erweiterung, Kanuten halten Steg in der Spur: Ausbau der Steganlage unter Hans Reinhardt durch die Beschaffung des damals außer Betrieb gestellten circa 40 Meter langen Schwimmsteges des Strandbades Rettbergsau. Bei dessen Transport/Überführung (Schleppen mit Vereinsmotorboot “Hans Günter”) helfen drei Kanuten mit, dabei auch der heutige Präsident, Lothar Weckerling, den Steg mit Paddeln in der Spur zu halten. Die ersten Boxen werden mit einfachen ausgestellten Balken/Stämmen hergestellt. Die damals personell starke Kanuabteilung, viele aktive Sportler zwischen 18 und 30 Jahren, unterstützen die Arbeiten zu diesem Ausbau. Die Steganlage bleibt in dieser Struktur bis 2005 bestehen.

1962, die Motorbootabteilung entsteht – unter der Leitung von Hans Reinhardt.

1967, Motor- und Segelabteilung werden zur Segel- und Motorbootabteilung (S+M), die zweite Steganlage wird für Segel- und Motorbbote gebaut, für Bootsanlieger wird ein Probejahr eingeführt.l

1968, Erneuerung des Stegs mit großem Arbeitseinsatz der Mitglieder (“14 Tonnen Blech für einen 60 Meter langen und 2,20 Meter breiten Hauptsteg”, erinnert sich Klaus Frost). Dieser Steg bietet beiderseits ein Lochsystem im Abstand von jeweils 30 cm, damit in variabler Form die jeweiligen Auslegerstege, die nach wie vor in Gemeinschaftsarbeit der Steganlieger hergestellt werden, bootsbreitengerecht angedockt werden können.

1971, neue Funktionen: Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der S+M-Abteilung wird erstmals ein Abteilungsleiter, ein Motorbootwart und ein Segelwart gewählt und kommissarisch durch den Vorstand bis zu den nächsten Vorstandswahlen eingesetzt.

1972, Fertigstellung der neuen Steganlage 1.

1976: Steg 1 wird weiter ausgebaut. Der Steg wird für die damalige Zeit immer komfortabler gestaltet. Unter anderem wird die Steganlage mit Strom und Trinkwasser versorgt. Alle Liegeplätze von Booten, die Stromverbrauch haben, müssen mit Zählern ausgerüstet sein, damit der verbrauchte Strom mit dem Verein abgerechnet werden kann. Außerdem werden – immer in Eigenleistung der Steganlieger – Lampenmasten für die Stegbeleuchtung gebaut und montiert. Ebenso die erforderlichen Wasserzapfstellen. Eine Konstruktion aus Stahl birgt auch Nachteile in sich. So müssen mit großem Engagement aller Anlieger jährlich Abschnitte der Steganlage ausgeschwommen, entrostet, nachgebessert und mit geeigneter Farbe saniert werden. Wegen dieser Wartungen werden kontinuierlich Ersatzschwimmer gebaut und wechselweise über Saisonintervalle eingefügt.

1985, eigene Versammlungsstätte: Bis dahin fand das gesellschaftliche Miteinander der Steganlieger im Vorbeigehen oder an kleinen Tischen mit Bordstühlen statt. Der Wunsch nach einer eigenen Versammlungsstätte am Steg wird immer lauter.

1987, das Zelt: Klaus Frost macht den Vorschlag, unter Verwendung der vorgenannten Ersatzschwimmer (12 Stück waren erforderlich) als Plattform ein stabiles verzinktes Stahlrahmengestell für ein Zelt zu bauen und zu spendieren. Allerdings soll die Abteilung mit einer Umlage eine solide Plane finanzieren (damals 7.000 DM). Der Vorschlag wird von den Anliegern einstimmig angenommen. Das Zelt wird gezeichnet, dem Vorstand vorgelegt und nach dessen Zustimmung gebaut (siehe auch Beitrag “Steg-1-Zelt“).

Seit dieser Zeit gibt es an Steg 1 eine schwimmende Versammlungsstätte, das Steg-1-Zelt. Ein Raum für Treffen im Sommer und Winter in dem man witterungsunabhängig über sämtliche Stegbelange und Fahrtenberichte reden und nach Herzenslust Seemannsgarn spinnen kann.

1989, Dalben werden eingerammt und die Schwimmstege daran festgemacht. Die Verankerung der Stege ist damit überflüssig geworden und so auch das Nachjustieren bei wechselnden Wasserständen – eine große Erleichterung. Der letzte diesbezügliche Arbeitseinsatz ist das mühsame Ziehen der schweren alten Ketten, das Verholen der Anker und das Verschrotten dieser Tonnenfracht. Die 1979 errichteten Lampenpfosten werden ebenfalls demontiert und die Lampen komfortabel auf die Dalben aufgesetzt.

2002, Abwassertanks für Anlieger: In der Jahreshauptversammlung des WVS wird beschlossen, dass Liegeplätze nur noch an Eigner mit Abwassertanks vergeben werden und die vorhandenen Eigner binnen fünf Jahren die Abwassertanks einbauen müssen.

Fröhliches Leben an Steg 1 – 22. April 2001

2004, Stegerweiterung: Da das intervallmäßige Ein- und Ausschwimmen sowie das jährliche Überholen der Stahlschwimmkörper den Anliegern immer schwerer fällt, entschließt sich der Verein, unter finanzieller Beteiligung der Anlieger die 30 Jahre alten Stahlschwimmer gegen neue, nahezu wartungsfreie Betonschwimmer zu ersetzen.

Die Planung und Ausschreibung erfolgt 2004 durch Monika Barthel, in Abstimmung mit der Abteilungsleitung Karl-Heinz Koch und Karl-Heinz Holzhäuser sowie dem Vereinsvorstand.

Eine Erweiterung der Steganlage um 19 Meter Richtung Osten kann dabei außerdem vorgenommen werden: Der Steg der Firma Dauster (ehemaliger Didier-Steg) wird in das Vereinsgelände integriert,  im Zuge eines Kontingente-Tausches bekommt Dauster dafür die neue Marina im Osthafen.

Damit wächst die Anzahl der Stellpätze von 35 auf 46. Zudem bietet sich die Verlegung des Zugangs und des Zeltes an das östliche Kopfende des neuen Steges an.

2005, im Frühjahr wird die neue Steganlage durch die Firma Alefelder Wassersportanlagen eingeschwommen und montiert. Um Kosten zu sparen wird ein Teil der alten Auslegerschwimmer beibehalten und nur mit passenden neuen Holzbelägen versehen. Die Halterungen für die neuen Elektro-Verteilungen baut Klaus Frost, die Elektro-Verkabelungen erfolgen unter Aufsicht von Dieter Beckert, Steganlieger an Steg 2, die Wasserversorgung führt ein Fachunternehmen aus. Zur Senkung der Gesamt Kosten führen die Anlieger des Steges 1 in Absprache mit dem Steglieferanten diverse Arbeiten in vielen Arbeitsstunden selbst durch.

Steg 1 geht auf die Reise – Verlegung am 29. Januar 2005
Eine Plattform schwimmt ostwärts
Der Zugang hängt am Kran – 24. März 2005
Steg 1 an seinem neuen Platz: alles fertig, ganz neu und kein Aprilscherz – am 1. April 2005

In diesen Jahren (2005/2006) erfolgt auch Erneuerung der Steganlage 2 mit Erweiterung auf  78 Liegeplätze inklusive der Drachenboote. Damit verfügt der Verein seither über 130 Liegeplätze für Motor- und Segelboote.

2008, Entsorgungsstation: Als Beitrag zum Schutz unserer Gewässer installiert der WVS mit Unterstützung der Firmen Huhle Stahlbau und Dauster sowie des SCW eine Absaug-/Entsorgungsstation für Fäkalien und Abwässer aus Segel- und Motorbooten. Die Anlage wird auf dem Steg der Stadt Wiesbaden neben dem Feuerwehrlöschboot installiert und steht ab 2008 allen Mitgliedern, Gästen und Anliegern im Schiersteiner Hafen kostenlos zur Verfügung. Die Anlage wird auch von der Stadt Wiesbaden mit einem Baukostenzuschuss unterstützt.

2014, Stürme: Im Juli 2014 zerstört ein starker Sturm das Vorzelt am Steg 1. Das Versammlungszelt aus 1987 verkraftete dieses Naturereignis (ebenso wie vordem den legendären Sturm Kyrill am 18.01.2007).

Sturm 2014: Brachiale Naturgewalten …
… zerstörten auch das Vorzelt. Doch das eigentliche Zelt trotzte dem Sturm.

2016, höhere Dalben: Da die unangenehmen Wettererscheinungen der letzten Jahre (in unserem Falle Hochwasser) immer spektakulärer werden und das in Zukunft weiterhin zu befürchten sein wird, werden sämtliche landseitigen Dalben ( mit Versetzen der Lampen ) um einen Meter erhöht. Auf den Dalben werden 2017 LED-Leuchten montiert.

2016-18, das neue Zelt: Die bis dahin 30- jährige Plane des Versammlungszeltes zeigt starke Ermüdungserscheinungen. Sie ist hart und spröde und das immer noch intakte Gestell müsste dringend mit einer neuen Haut überzogen werden. Hinzu kommt noch, dass die neue Betonschwimmerfläche 80 cm breiter als die ursprüngliche Fläche der Stahlschwimmkörper war (beides systembedingt). Da man aber an Steg 1 alles andere als halbe Sachen machen will, entschließt sich der Abteilungsvorstand, noch einmal eine ganze Sache zu machen und auf ein neues, zum Betonschwimmkörper passendes, Versammlungszelt mit neuer Plane hinzuwirken. Die Steganleger begrüßen die Idee – und akzeptieren auch einen dreijährigen Sparkurs zur Finanzierung des Neubaus.

Damit schließt die Historie wieder an die aktuelle Chronik an: Zwischen Februar und April 2018 wird das neue Zelt errichtet (siehe Chronik “Arbeitseinsätze Steg 1, Februar-April 2018”).

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Abteilungsleiter seit 1958:

Hans Reinhardt 1958-1968

Herr Birkel 1968-1970

Uli Bischoff 1970-1983

Dieter Russ  1983-1989

Herr Bernhard 1998-1990

Helmut Wohlrath 1990-2000

Karl-Heinz Koch 2000-2004

Klaus Frost 2004-2018

Manfred Edingshaus ab 2018

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